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Tierversuche für Kosmetik - wenn Tiere für unsere Schönheit leiden
Tierversuche haben eine lange Tradition, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts rapiden Aufschwung erfuhr und in den 60er und
70er Jahren mit schätzungsweise 7 bis 21 Millionen jährlich verbrauchten Tieren einen zahlenmäßigen Höhepunkt erreichte.
Auch 2003 wurden nach der amtlichen unvollständigen Statistik der Bundesregierung über 2,1 Millionen Tiere in Versuchen
verwendet. In der EU waren es nach den ebenfalls unvollständigen offiziellen Angaben, die für das Jahr 1999 veröffentlicht
wurden, 9,81 Millionen Tiere. Ratten, Mäuse, Kaninchen, Katzen, Hunde, Affen und viele andere Tierarten sind
"Forschungsobjekte" in der Grundlagenforschung und werden als Stellvertreter für den Menschen vor allem in der angewandten
medizinischen Forschung eingesetzt. Die Versuche sind für die Tiere oft mit enormen Qualen verbunden. Das allein ist Grund
genug, sie aus ethischen Motiven zu verbieten und es geht dabei nicht nur darum, den Tieren Leid zu ersparen, auch aus
wissenschaftlichen Erwägungen sollte auf Tierversuche verzichtet werden, da längst erwiesen ist, daß Erkenntnisse von am
Tier getesteten Stoffen nicht 1:1 vom tierischen auf den menschlichen Organismus übertragen werden können.
Tierversuche in der Kosmetik
In der kosmetischen Industrie wird ständig mit chemischen Stoffen experimentiert. Bevor neue "pflegende Kosmetik"
(Badezusätze, Seifen, Puder Gesichtscremes etc.) auf den Markt kommen, wird untersucht, ob sie möglicherweise giftig sind,
haut-/schleimhautreizend sind, Allergien auslösen etc. All diese Tests erfolgen heute immer noch im Tierversuch.
Alternativmethode zum Tierversuch
Tierversuchsfreie Kosmetik nach den Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes bedeutet unter anderem, daß nur Rohstoffe
eingesetzt werden dürfen, a) die vor 1979 auf dem Markt waren oder b) die nicht unter das Chemikalienrecht fallen. Z. B. kann
die Hautverträglichkeit mit Hilfe von "EPISKIN", einem künstlichen System, bei dem Aufbau und Funktion der menschlichen Haut
nachgebildet sind, überprüft werden. Auch für die Schleimhautverträglichtkeitsprüfung gibt es ein entsprechendes künstliches
System, "EpiOcular" genannt.
Anerkennung von Alternativmethoden
Die Europäische Kommission begründete ihre zögerliche Haltung, ein Tierversuchs- und Vermarktungsverbot einzuführen, immer
wieder damit, dass keine zuverlässigen tierversuchsfreien Methoden als Ersatz für Tierversuche im Rahmen der
Sicherheitsprüfung von Chemikalien, wie zum Beispiel von kosmetischen Inhaltsstoffen, zur Verfügung stünden. Lediglich in
zwei von elf Bereichen der Sicherheitsprüfung von neuen Substanzen kommen seit 2001 wissenschaftlich geprüfte
tierversuchsfreie Methoden in der EU verpflichtend zum Einsatz. Ein Grund für diese unbefriedigende Situation liegt darin,
dass die offizielle Anerkennung von Alternativmethoden ein langwieriger und aufwändiger Prozeß ist. Die tierversuchsfreien
Methoden müssen in Ringuntersuchungen auf ihre Tauglichkeit und Wiederholbarkeit überprüft werden. Danach werden die
Ergebnisse mit den Ergebnissen aus Tierversuchen verglichen, die selbst jedoch nie einen solchen Prozeß durchlaufen mußten.
Diese wissenschaftlichen Prüfungen dauern mehrere Jahre.
Warenzeichen
 Das "Kaninchen unter schützender Hand" ist ein international geschütztes Verbandszeichen des Internationalen
Herstellerverbands gegen Tierversuche in der Kosmetik e. V. (IHTK). Jeder Kosmetikhersteller, der die Richtlinien des
Deutschen Tierschutzbundes erfüllt und auf dessen Positivliste (Liste aller Kosmetikhersteller, die die Richtlinien des
Deutschen Tierschutzbundes in vollem Umfang erfüllen) eingetragen ist, kann Mitglied im IHTK werden und seine Produkte mit
diesem Markenzeichen kennzeichnen.
Nachfolgend werden u. a. bekannte Firmen aufgelistet die (derzeit) die Richtlinien des
Tierschutzbundes nicht erfüllen: Abtei, AOK, Beiersdorf (Nivea, Cover Girl, Solea, Zeozon, 8 x 4 usw.), Benetton, Ellen Betrix,
The Body Shop, Biofa Naturfarben, Bioforce GmbH o Bio Gen Kosmetik, Bio Impex, Biokosma, Biologische Zellkosmetik, Laboratoire
Biosthétique, Laboratoire Biotherm o Bio-Zentrale, Apotheker Walter Bouhon GmbH (frei-öl), Garnier, Gillette, Henkel
Creme 21, Fa, Sopree usw.), Herbula und viele mehr.
Was kann jeder Einzelne von Euch konkret tun?
- Eigenes Kaufverhalten überdenken: Werfen Sie mal einen Blick in ihr Badezimmer und seien Sie ehrlich:
können Sie die dort vorhanden Produkte und Marken mit dem vereinbaren, was Sie hier gerade gelesen haben? Ändern Sie ihr Kaufverhalten,
kaufen Sie keine Produkte, für die Tiere im Tierversuch leiden mussten. Die Positivliste des Deutschen Tierschutzbundes finden Sie hier:
POSITIVLISTE
- Aufklärungsarbeit: Fordern Sie Freunde und Bekannte auf, ihr Kaufverhalten ebenfalls zu ändern.
Helfen Sie mit, damit Tierleid für unsere Schönheit ein Ende hat!
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