Wir gehören nicht in Menschenhände! Finger weg von Wildtieren
Jahr für Jahr kümmern sich Tierschutzorganisationen und Wildtierstationen um Feldhasenbabys, die ohne Anzeichen von Verletzungen von Menschen „eingesammelt“ werden. Diese vermeintlichen Rettungsaktionen können aber das Todesurteil für die kleinen Hasen bedeuten.
Die Hasen-Mutter kommt abends, um ihre Jungen zu säugen. Tagsüber warten die Kleinen in der Kuhle auf sie. Im Gegensatz zu Wildkaninchen werden Feldhasen nicht in einer Höhle geboren – ihr natürlicher Lebensraum sind Wiesen und Felder. Hier legen die Häsinnen in sogenannten Sassen (Kuhlen) ihre Jungtiere ab. Um Feinde (Fuchs, Bussard etc.) nicht auf die Kleinen aufmerksam zu machen, halten sich die Hasenmütter nicht bei ihren Jungtieren auf. Sie kommen abends, säugen ihre Kleinen und gehen dann wieder. Die kleinen Feldhasen machen zwar augenscheinlich einen „verlassenen“ Eindruck, sind es aber nicht. Das schlimmste was man in so einer Situation machen kann, ist das Baby mitzunehmen. Nachdem man es an sich genommen hat, ist es nicht mehr möglich es wieder zurück zu setzen. Die Mutter würde es nicht mehr annehmen. Daher unsere eindringliche Bitte: weißt der Feldhase keine offensichtlichen Verletzungen auf, bitte Hände weg. Wenn Sie unsicher sind, ob das Jungtier Hilfe braucht, schauen Sie nach einiger Zeit noch mal vorbei. Leider werden aber auch Hasenbabys mitgenommen, weil die Mutter sie an einer für den Menschen „ungünstigen“ Stelle abgelegt hat.
Eines unserer diesjährigen Feldhasenkinder kam aus einer Kiesgrube. Mit ein bisschen guten Willen wäre es möglich gewesen, die Baumaschine ein paar Meter weiter zu parken und durch eine Absperrung hätte erreicht werden können, dass Menschen ferngehalten werden, die Hasenmutter aber trotzdem ungehindert ihr Junges hätte säugen können. Leider war das Tier „im Weg“ und wurde so einfach bei uns abgegeben.
Anders verhält es sich wenn Sie einen kleinen Feldhasen an „unüblichen“ Stellen (auf der Straße, mitten im Ortsgebiet etc.) antreffen oder er von einer streunenden Katze oder einem freilaufenden Hund angeschleppt wird, was wir leider dieses Jahr schon zweimal erfahren mussten. Diese Tiere benötigen dann Hilfe.
Die Handaufzucht von Feldhasenbabys ist sehr schwierig und selten von Erfolg gekrönt. Leider sind auch viele Fehlinformationen im Internet vorhanden und nur wenige Tierärzte können kompetente Auskunft erteilen. Rotlicht und normale Milch schaden den kleinen Tieren.
Bekommen Sie so ein Findelkind in Ihre Obhut, befolgen Sie bitte folgende Erstmaßnahmen:
- richten sie eine Transportbox mit Heu und geben Sie das Hasenbaby hinein
- stellen sie die Transportbox an einen ruhigen Ort (Hunde, Katzen, Kinder etc. fernhalten)
- holen Sie sich Hilfe bei der Kaninchenhilfe, anderen Tierschutzorganisationen oder fragen Sie Ihren Tierarzt nach einem erfahrenen Ansprechpartner
Die Aufzucht und Auswilderung sollten Sie dann jemandem mit Feldhasenerfahrung überlassen, denn die Chancen für das Baby sind schon gering.
Unser Appell an Hundehalter: wenn Sie wissen, dass es in Ihrer Region Feldhasen gibt, bitte lassen Sie die Hunde nicht ohne Leine über Wiesen und Felder laufen. Sie stellen eine potentielle Gefahr für die kleinen Feldhasen dar.
Ihre Feldhasen-Ansprechpartner bei der Kaninchenhilfe:
Anke Kraus, anke.kraus@kaninchenhilfe.com , +49 4841 / 9 49 82 50
Katharina Trhlik, katharina.trhlik@kaninchenhilfe.at ,+43 650 / 4312432
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