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Kastration von Rammlern

Warum denn kastrieren lassen?

Die Kastration von Rammlern ist glücklicherweise üblich – denn nur kastrierte Rammler können ein Leben in Gesellschaft genießen.
Mit der Kastration vermeidet man Nachwuchs beim Zusammenleben mit unkastrierten Damen, verhindert extreme Kämpfe beim Zusammenleben mit anderen Rammlern und wenn unkastrierte Rammler mit kastrierten Kaninchendamen zusammenleben würden, würde zwar kein Nachwuchs entstehen, aber die Kaninchen würden sich immens nerven, hätten mehr Stress & Streit als ein harmonisches Zusammenleben.

Es gibt für unkastrierte Rammler also leider keine Partnerschaft, die gut funktioniert. Mit anderen unkastrierten Rammlern kommt es früher oder später zu heftigen Kämpfen, die nicht selten tödlich oder mit lebensgefährlichen Verletzungen enden.

  • Auch gegenüber kastrierten Rammlern sind die unkastrierten Herren sehr dominant und unterdrückend. Beide Rammler stehen unter Dauerstress und auch hier kommt es in der Regel zu massiven Streitereien.
  • Mit einer einzigen unkastrierten Kaninchendame werden aus zwei Kaninchen innerhalb von einem Jahr rund 50 Kaninchen, die Kaninchendame wäre eine reine Wurfmaschine und das Zusammenleben von Stress und Belastung geprägt. Also ist auch das keine Option.
  • Häufig werden wir darauf angesprochen, warum das Zusammenleben mit einer kastrierten Kaninchendame nicht sinnvoll ist.
    Unkastrierte Rammler würden auch bei einer kastrierten Partnerin versuchen Nachwuchs zu erzeugen. Rammeln & verfolgen würde den Tag der beiden bestimmen. Für beide Parteien ist das unglaublich anstrengend, nervenaufreibend und endet letztlich oft darin, dass sie sich einfach nur noch streiten.
    Von harmonischem Zusammenleben, wie man es von glücklichen Pärchen kennt, ist man sehr weit entfernt, da die Rammler ihren Trieb weiter ausleben und die Hormone über das Verhalten richten.

Daher ist die Kastration für alle Rammler ein notwendiges kleines Übel auf dem Weg zu einem glücklichen Kaninchenleben.

Immer wieder begegnen uns verschiedene Argumente, warum man (s)einen Rammler nicht kastrieren lassen kann und weswegen er leider alleine bleiben muss.

Das häufigste Argument ist: „Das Kaninchen ist zu alt für eine Kastration“. Kein Kaninchen ist zu alt um glücklich zu werden! Lebte ein Rammler schon 10 Jahre alleine in einem Käfig bedeutet dies nicht, dass es auch die nächsten 3 Jahre so bleiben muss oder es sich nicht mehr lohnt Verbesserungen anzustreben. Ein alter, aber fitter Rammler kann und sollte kastriert werden und danach das Glück der Gesellschaft kennenlernen. Eine schonende Narkose und ein kaninchenerfahrener Tierarzt sorgen für ein sehr geringes OP-Risiko, sodass auch die älteren Herrschaften schnell wieder auf den Beinen sind und dann zeitnah in ein neues Leben starten können.

Kastration - in welchem Alter und was gibt es zu beachten?

Kastration eines geschlechtsreifen Rammlers (älter als 12 Wochen)

Unter Kastration beim männlichen Tier versteht man die komplette Entfernung der Hoden. Das Tier wird dadurch zeugungsunfähig. Da sich in Nebenhoden und Samenleitern noch über eine kurze Zeit Spermien befinden, sollte der kastrierte Rammler noch einige Wochen von der Häsin getrennt bleiben.

Daher ACHTUNG: Rammler die kastriert wurden, als sie bereits geschlechtsreif waren, sind noch 6 Wochen zeugungsfähig. So lange sollten sie keinen Kontakt zu unkastrierten Weibchen haben, sonst besteht die Gefahr, dass trotz Kastration Jungtiere entstehen!
Mit unkastrierte Weibchen oder kastrierten Rammlern kann man sie bereits nach 14 Tagen vergesellschaften, da sich die Hormone soweit abgebaut haben.

Kastration eines Jungtieres (jünger als 12 Wochen)

Diese „Kastrationsquarantäne“ entfällt, wenn die Rammler frühkastriert wurden. Also vor vollendung der 12. Lebenswochen bei normal entwickelten Zwergkaninchen, ggf. etwas später bei großen Rassen.
Je nach Entwicklungsstand des Tieres und Erfahrung des Tierarztes, kann die Operation zwischen der 8. Und 12. Lebenswoche erfolgen. In diesem Fall war das Tier noch nicht zeugungsfähig und kann somit umgehend nach dem Eingriff wieder zu seinen Artgenossen.

Ein Bauchschnitt ist in aller Regel nicht nötig. Die Hoden liegen zu diesem Zeitpunkt entweder schon in den außenliegenden Hauttaschen, oder können vorsichtig von der Bauchhöhle in selbige massiert werden.

Die OP selbst

Selbstverständlich ist für jede Operation eine schonende Narkose und ein kaninchenerfahrener Tierarzt zu wählen.
Die Kastration ist für die Rammler ein sehr kleiner Eingriff und wird üblicherweise sehr gut verkraftete, sodass die Tiere schnell wieder auf den Beinen sind.

Bei der OP entstehen nur kleine Schnitte, die anschließend optional verklebt oder vernäht werden. Das verkleben der Schnitte oder ein Nähen mit selbstauflösenden Nähten ist am angenehmsten, da keine weiteren Eingriffe (Fäden ziehen) benötigt werden.

Die Nachsorge
Auch der Heilungsprozess ist in der Regel problemlos und nach wenigen Tagen ist der Eingriff vergessen.
Kurz nach der Operation sollte man darauf achten, dass kein spitzes  Einstreu verwendet wird. Für optimalen Schutz vor Fremdkörpern kann man als Toiletteninhalt die ersten Tage auf Handtücher, Küchenkrepp oder ähnliches zurückgreifen. Regelmäßiges reinigen der Kloecken ist selbstverständlich.

Die Wundkontrolle sollte man regelmäßig und zuverlässig durchführen.
Treten Blutungen, Entzündungen oder Schwellungen auf, eitert die Wunde; dann sollte das Kaninchen umgehend wieder dem Tierarzt vorgestellt werden.

Ebenso ist es wichtig, dass der Allgemeinzustand des operierten Tieres schnell wieder optimal ist. Hält die Fressunlust lange an oder entwickelt das Tier Aufgasungen, köttelt nicht oder setzt keinen Urin ab – auch dann ist der Tierarzt zu Rate zu ziehen.

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